Wie können wir unser Mikrobiom unterstützen?

Es gibt viele Möglichkeiten, ein gesundes Mikrobiom zu erlangen und zu erhalten.

Alles beginnt mit dem Anfang des Lebens
Alles beginnt mit dem Anfang des Lebens

Alles beginnt mit dem Anfang des Lebens

Wir und unsere Mikroben haben in den letzten Millionen Jahren ein wunderschönes Zusammenspiel entwickelt. Während der Geburt passieren wir den Geburtskanal unserer Mutter, der voll von Lactobazillen ist. Unsere Haut und der Mund saugen die Bakterien auf wie ein Schwamm. Das nächste, was wir tun, ist das trinken an der Brust, wobei wir das Kolostrum trinken, welches die Lactobazillen mit ihrem bevorzugten Nährstoff, den Milchzuckern, hinunterspült.

Dadurch sind die Laktobazillen die ersten Bakterien, die sich in unserem Darm ansiedeln, was wiederum die Verdauung der Milch unterstützt, die uns in den nächsten Monaten versorgen soll. Die Muttermilch enthält außerdem spezielle Zucker, die der nächsten "Ursprungsart", Bifidobacterium infantis, ermöglichen, unseren Darm zu besiedeln. Diese natürliche Art der Geburt und des Stillens existiert seit Millionen von Jahren und wählt die "Guten" aus, um sich in unserem Darm zu etablieren und die "Bösen" zu verbannen.

Wenn die normale Passage durch den Geburtskanal durch einen Kaiserschnitt ersetzt wird, fehlt die Exposition gegenüber Lactobazillen und die gesunde Kolonisierung unseres Darms wird teilweise verzögert. Im Moment wissen wir nicht genau, auf welche Weise diese verzögerte Population unseres gesunden Darmmikrobioms unsere Entwicklung beeinflusst, aber es tut deinem Kind sicherlich gut, wenn du ihm eine natürliche Geburt und das Stillen erlaubst, wenn möglich.

An apple a day keeps the doctor away

Ballaststoffreiche Lebensmittel
Deine Darmbakterien lieben Ballaststoffe aus Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten

Bevor wir zur Ernährung kommen, ist es uns wichtig, folgende Aussage zu machen. Unser Mikrobiom und seine Wechselwirkungen mit unserem Körper sind sehr komplex und wir beginnen gerade erst, winzige Teile davon zu verstehen. MyMicrobiome gibt keine Ratschläge, was du essen oder nicht essen solltest. Wir stellen nur die verschiedenen wissenschaftlichen Theorien vor, mit denen du, unser geehrter Leser, dir eine eigene Meinung bilden kannst..

Mit unserer Ernährung entscheiden wir, welche Bakterien wir kultivieren und welche nicht. Wenn wir uns vielseitig ernähren, erhöhen wir die bakterielle Vielfalt in unserem Darm. Deine Darmbakterien lieben Ballaststoffe aus Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Bei der Verdauung von Ballaststoffen produzieren Bakterien kurzkettige Fettsäuren, die die Darmbarriere nähren, die Immunfunktion verbessern und Entzündungen verhindern, was das Krebsrisiko senkt.

Und hier sind sehr gute Nachrichten …

... abgesehen von Obst und Gemüse, korrelieren sogar Tee, Kaffee, Wein und dunkle Schokolade mit einer erhöhten Vielfalt unseres Darmmikrobioms. Diese Nahrungsmittel enthalten Polyphenole, natürlich vorkommende Antioxidantien.

Auf der anderen Seite stehen Nahrungsmittel, die reich an Fetten und einfachen Zuckern sind, mit einer verringerten Diversität unseres Darmmikrobioms in Verbindung.

Auch die Art, wie Essen zubereitet wird, ist wichtig. Frische, rohe Lebensmittel enthalten mehr Ballaststoffe als verarbeitete Lebensmittel, wie z. B. frittierte Lebensmittel.

Essen kann auch ein Mittel sein, gute Bakterien in den Darm zu bringen. Diese Art von Lebensmitteln nennt man Probiotika.
Fermentierte Lebensmittel sind beispielsweise voll von nützlichen Bakterien wie Lactobazillus oder Bifidobakterium. Auch Joghurt liefert dem Darm nützliche Bakterien.

Um es einfach auszudrücken, je geringer die Vielfalt deiner Nahrung, die du isst, desto schlanker wird die Vielfalt deines Mikrobioms.

Bist du ein reinlicher Mensch?

Unsere Gesellschaft hat perfekt ausgeklügelte Hygienemethoden entwickelt, um eine immer steriler werdende Umgebung zu erschaffen. Die Kosten für diese Hygienebessenheit reichen von Allergien über Autoimmunerkrankungen bis hin zu Asthma. Während unserer täglichen Dusche haben wir unsere kommensalen Mikroben mit Waschmitteln von jedem Quadratzentimeter unserer Haut entfernt, wodurch wir einen großen Teil unserer mikrobiellen Vielfalt verloren haben. Unsere Haut hat es schwer, im Gleichgewicht zu bleiben, und sie wird entweder zu trocken oder zu ölig, und wir leiden wiederum unter Schuppen und Pickeln oder sogar Akne.

Mikrobiom-Wissenschaftler haben sich gefragt, wie viel Vielfalt wir bereits verloren haben und analysierten das Mikrobiom aus Fäkalien, Mund und Haut eines von der westlichen Gesellschaft isolierten indianischen Dorfes der Yanomami-Indianer.

Anders als ihr fäkales Mikrobiom hat sich das Hautmikrobiom der Yanomami Indianer von dem der untersuchten US-Probanden völlig unterschieden, inklusive einer wesentlich höheren Diversität. Während das Hautmikrobiom der westlichen Zivilisation von Staphylokokken dominiert wird, dominierte keine einzelne Bakteriengruppe das Hautmikrobiom der Yanomami. Sogar Bakterien, die zuvor den Bodenbakterien zugeordnet wurden, waren in ihrem Hautmikrobiom angereichert. Das lässt sich leicht erklären: Sie leben näher an der Natur und tragen weniger Kleidung als wir, die den größten Teil unseres Lebens drinnen verbringen und den Dreck wegwaschen, nachdem wir draußen waren ...

Kurz gesagt, unser Hautmikrobiom würde davon profitieren, wenn wir mehr Zeit im Freien verbringen würden und unsere Kinder im Dreck spielen lassen und ihnen vielleicht sogar dabei Gesellschaft leisten würden!

Sei vorsichtig bei der Auswahl deiner täglichen Hygieneprodukte wie antibakterieller Seife oder Desinfektionsmittel. Sieh dir die Inhaltsstoffe deines Deodorants-, deiner Zahnpasta-, deines Mundwassers- und deiner Gesichtsreinigungsprodukte genau an. Es besteht keine Notwendigkeit, deine kommensalen Bakterien zu töten. Das Waschen der Hände mit normaler Seife ist mehr als genug, Desinfektionsmittel sind gar nicht nötig!

Es geht sogar noch besser: Die Firma AOBiome möchte mit ihren Mother Dirt-Produkten, dass du die Seife wegwirfst und dich stattdessen mit Bakterien wäschst! Eine Journalistin des New York Times Magazine ersetzte ihre herkömmlichen Hygieneprodukte durch die Bakterienbehandlung und erlebte eine sanftere und glattere Haut als je zuvor!

Die Firma AOBiome möchte, dass du die Seife wegwirfst
Die Firma AOBiome möchte, dass du die Seife wegwirfst und dich stattdessen mit Bakterien wäschst!
Zendium Produkte fördern das Wachstum von guten Bakterien
Zendium Produkte fördern das Wachstum von guten Bakterien in meinem Mund

 

Ich habe kürzlich eine Werbung für eine Zahnpasta gesehen, die die guten Bakterien in meinem Mund fördert. Vielleicht werde ich sie ausprobieren und lasse euch wissen, ob es funktioniert!

Antibiotika

Last but not least, der schlimmste Feind unseres Mikrobioms: Antibiotika (mehr zu: Antibiotika). Bevor du sie einnimmst, denk daran, dass du eine Atombombe auf deine mikrobiellen Ökosysteme wirfst. Es wird Jahre dauern, bis sie sich wieder erholen, wenn überhaupt. Aber nicht nur das, dein Immunsystem wird durch das Fehlen der kommensalen Bakterien auch noch geschwächt und ist somit anfälliger für die nächste Infektion.

Überlege also genau ob du wirklich ein Antibiotikum brauchst: Handelt es sich wirklich um eine ernsthafte (bakterielle) Infektion oder ist es nur eine Erkältung die von alleine wieder abklingt? Sprich mit deinem Arzt über deine Beschwerden - vielleicht wurden sie sogar von einem Virus verursacht, was den Einsatz eines Antibiotikums sinnlos macht.

Bist du neugierig und willst mehr über dein Mikrobiom wissen? Dann empfehle ich dieses Buch von Prof. Martin J. Blaser, Direktor des NYU Human Microbiome Programms.

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